Wie sich die Preise entwickeln
- Erzeugerpreise insgesamtSeptember 2026
+6,7 %
- ZeitungsdruckpapierErzeugerpreise, September 2026
+4,1 %
- Papier, Karton und PappeErzeugerpreise, September 2026
+2,7 %
- Papier, weder gestrichen noch überzogenErzeugerpreise, September 2026
+1,2 %
- Andere grafische Papiere und PappenErzeugerpreise, September 2026
−0,8 %
- WerbeplätzeDienstleistungen, 2. Quartal 2026
+1,6 %
- Dienstleistungen von WerbeagenturenDienstleistungen, 2. Quartal 2026
+0,2 %
Die Preise für grafische Papiere entwickeln sich je Sorte unterschiedlich. Der Index für andere grafische Papiere und Pappen lag im September 2026 bei 140,2 Punkten, 0,8 % unter dem Vorjahr und deutlich unter dem Jahresdurchschnitt 2022 mit 154,4 Punkten (2021 = 100). Zeitungsdruckpapier kostete 4,1 % mehr. Dienstleistungen von Werbeagenturen wurden im 2. Quartal 2026 um 0,2 % teurer, Werbeplätze um 1,6 %, die Dienstleistungspreise insgesamt um 3,7 %.
Porto ab 1. Januar 2027
| Produkt der Deutschen Post | Änderung | Status |
|---|---|---|
| Dialogpost | 0,01 bis 0,04 € mehr je Sendung; Standard bis 20 g 0,39 €, Groß bis 50 g 0,56 €, jeweils zuzüglich Umsatzsteuer | angekündigt |
| Postwurfspezial | Karte, Standard und Groß je 0,01 € mehr je Sendung | angekündigt |
| Postaktuell | 3 % mehr an Haushalte mit Tagespost, 6 % mehr an alle Haushalte | angekündigt |
| Standardbrief | 1,15 €, bisher 0,95 €, vorbehaltlich der Genehmigung durch die Bundesnetzagentur | angekündigt |
| Geschäftskundenbriefe (Teilleistungen) | Preise steigen; die Höhe nennt die Deutsche Post in ihrer Pressemitteilung nicht | angekündigt |
Woraus sich der Preis zusammensetzt
Agenturen rechnen nach Stunden- oder Tagessätzen, mit Pauschalen je Projekt oder mit einem monatlichen Retainer für einen vereinbarten Umfang ab. Mediaagenturen kaufen Werbeplätze ein. Dabei entstehen Rabatte, Freispots oder Rückvergütungen der Medien; ob sie bei Ihnen ankommen, regelt der Vertrag.
Ein Druckpreis setzt sich aus Papier, Druckvorstufe, Maschinenzeit, Weiterverarbeitung und Versand zusammen. Bei Mailings kommen Lettershop und Porto dazu; das Porto richtet sich nach Produkt, Format und Gewicht. Werbemittel und Visual Merchandising werden je Stück oder Projekt kalkuliert, mit Material, Fertigung, Lagerung, Montage und Logistik. Lassen Sie diese Teile getrennt ausweisen.
Für Marketing-Software gelten dieselben Fragen wie für andere Lizenzen. Mehr dazu im Ratgeber IT und Telekommunikation.
Welcher Index passt
Für Papier die Erzeugerpreise des Statistischen Bundesamts für grafische Papiere (Statistik 61241), für Agenturleistungen der Erzeugerpreisindex für Dienstleistungen von Werbeagenturen und für Mediabuchungen der Index für Werbeplätze (beide Statistik 61311). Porto folgt der Preisliste der Deutschen Post. Wie eine Preisgleitklausel aufgebaut ist
Sechs Stellen, an denen Verträge für Marketing und Druck Geld kosten
- Papierzuschlag ohne Index. Ein Zuschlag aus einem Jahr mit hohen Papierpreisen sinkt nicht von selbst. Der Index für andere grafische Papiere und Pappen lag im Jahresdurchschnitt 2022 bei 154,4 Punkten, im September 2026 bei 140,2 (2021 = 100). Binden Sie den Zuschlag an diesen Index, in beide Richtungen.
- Agenturhonorar ohne Leistungsbeschreibung. Ein monatlicher Retainer ohne vereinbarten Umfang lässt sich nicht prüfen. Legen Sie Leistungen, Stunden und Ergebnisse fest und lassen Sie sich die geleisteten Stunden je Monat nachweisen.
- Rabatte und Rückvergütungen, die nicht ankommen. Rabatte, Freispots und Rückvergütungen der Medien gehören in die Abrechnung. Handelt die Agentur in Ihrem Auftrag, muss sie herausgeben, was sie aus der Geschäftsbesorgung erlangt (§ 667 BGB). Vereinbaren Sie die Weitergabe ausdrücklich und ein Prüfrecht für die Abrechnungen der Medien.
- Zu viele Auflagen und Varianten. Jede Variante kostet eigene Druckvorstufe und Rüstzeit, kleine Auflagen verteilen die festen Kosten auf wenige Stück. Bündeln Sie Varianten und planen Sie Auflagen für das ganze Jahr.
- Porto ohne Optimierung. Ab dem 1. Januar 2027 kostet der Standardbrief 1,15 €, vorbehaltlich der Bundesnetzagentur. Dialogpost Standard bis 20 g kostet 0,39 € zuzüglich Umsatzsteuer. Prüfen Sie, welche Sendungen als Dialogpost gehen können, und halten Sie Format und Gewicht in den günstigeren Stufen.
- Lizenzen für Marketing-Software. Hängt der Preis an Nutzern oder gespeicherten Kontakten, kosten auch ausgeschiedene Nutzer und veraltete Kontakte weiter. Bereinigen Sie Nutzer und Kontaktdaten vor der Verlängerung und verhandeln Sie die Staffel auf die tatsächliche Menge.
Bevor Sie einer Erhöhung zustimmen
Fragen Sie Ihre Agentur oder Druckerei schriftlich:
- Welche Leistungen und Stunden deckt das Honorar, und wie weisen Sie sie nach?
- Welche Rabatte, Freispots und Rückvergütungen haben Sie von Medien und Dienstleistern für unsere Buchungen erhalten?
- Wie berechnen Sie den Papierzuschlag, mit welchem Index und welchem Bezugsmonat?
- Welche Preise gelten bei höheren Auflagen und weniger Varianten?
- Welche Portoprodukte nutzen Sie für unsere Sendungen, und was ändert sich zum 1. Januar 2027?
Für die Prüfung brauchen Sie: die Agentur- und Rahmenverträge mit Preislisten, die Rechnungen der letzten zwölf Monate, die Mediapläne mit den Abrechnungen der Medien, die Druckaufträge nach Auflage und Variante und die Ankündigung der Erhöhung.
So verhandeln wir Marketing und Druck nach
Wir gleichen Agenturrechnungen mit der Leistungsbeschreibung ab, prüfen Papierzuschläge gegen die Erzeugerpreise und Mediaabrechnungen auf weitergegebene Rabatte und rechnen Ihre Mailings mit den Portopreisen 2027 nach. Große Verträge verhandeln unsere Senior-Verhandler persönlich, zusammen mit Ihrem Einkäufer. Die vielen kleinen Verträge bearbeiten wir standardisiert und softwaregestützt nach Ihren Regeln. Jeden Abschluss geben Sie frei.
Häufige Fragen zu Marketing und Druck
Die Druckerei erhöht wegen gestiegener Papierpreise. Ist das begründet?
Prüfen Sie die Papiersorte. Der Erzeugerpreisindex für andere grafische Papiere und Pappen lag im September 2026 0,8 % unter dem Vorjahr, Zeitungsdruckpapier 4,1 % darüber. Lassen Sie sich zeigen, welchen Anteil Papier am Preis hat und auf welchen Index sich die Erhöhung stützt.
Muss die Agentur Mediarabatte an uns weitergeben?
Handelt sie in Ihrem Auftrag, muss sie herausgeben, was sie aus der Geschäftsbesorgung erlangt (§ 667 BGB); für Dienst- und Werkverträge über eine Geschäftsbesorgung gilt das entsprechend (§ 675 Abs. 1 BGB). Ob das auf Ihren Vertrag zutrifft, hängt von seiner Gestaltung ab. Regeln Sie die Weitergabe und ein Prüfrecht deshalb ausdrücklich.
Was ändert sich beim Porto für Werbesendungen 2027?
Die Deutsche Post erhöht zum 1. Januar 2027 die Preise für Dialogpost um 0,01 bis 0,04 € je Sendung, für Postwurfspezial um 0,01 € und für Postaktuell um 3 % an Haushalte mit Tagespost und um 6 % an alle Haushalte. Dialogpost Standard bis 20 g kostet dann 0,39 € zuzüglich Umsatzsteuer.
Welcher Index eignet sich für Agenturhonorare?
Der Erzeugerpreisindex für Dienstleistungen von Werbeagenturen des Statistischen Bundesamts (Statistik 61311). Er lag im 2. Quartal 2026 0,2 % über dem Vorjahresquartal.
Quellen
- Die Papierindustrie: Index der Erzeugerpreise gewerblicher Produkte (Inlandsabsatz) für Papier, Karton und Pappe, 2021 = 100, Daten des Statistischen Bundesamts, bis September 2026
- Statistisches Bundesamt: Erzeugerpreise im September 2026, Pressemitteilung vom 20. Oktober 2026
- Statistisches Bundesamt: Erzeugerpreise für Dienstleistungen im 2. Quartal 2026, Pressemitteilung vom 18. September 2026
- Deutsche Post: Preisanpassung 2027 für Werben mit Print-Mailings, abgerufen am 29. Oktober 2026
- Deutsche Post: Briefporto und Produkte zum 1. Januar 2027, Pressemitteilung vom 20. Oktober 2026
- § 667 Bürgerliches Gesetzbuch
- § 675 Bürgerliches Gesetzbuch