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Sicherheitsdienst 2027: Tarife, Zuschläge, sechs Hebel

Der Stundensatz folgt dem Tariflohn am Einsatzort und der Entgeltgruppe, die Ihre Leistungsbeschreibung verlangt. Was 2027 gilt und an welchen Stellen Bewachungsverträge zu teuer werden.

Was 2027 gilt

Stand 23. Oktober 2026. Quellen am Ende der Seite.
Kostentreiber oder RegelWertStatus
Gesetzlicher Mindestlohn14,60 € ab 1. Januar 2027 (+5,0 %)beschlossen
Berlin und Brandenburg, Entgeltgruppe 115,70 € ab 1. Januar 2027 (+3,6 %), allgemeinverbindlichbeschlossen
Berlin und Brandenburg, Entgeltgruppe 216,15 € ab 1. Januar 2027 (+3,9 %), etwa Objektschutz mit Sachkundeprüfungbeschlossen
Nordrhein-Westfalen, Bayern, Schleswig-HolsteinTarifverträge enden am 31. Dezember 2026, Löhne 2027 noch offenoffen
Die meisten übrigen LänderTarifverträge laufen bis 31. Dezember 2027gilt
Sicherheitsgewerbegesetznicht in Kraft, es gibt einen Referentenentwurf; es gelten § 34a GewO und die BewachungsverordnungEntwurf

Für Ihren Preis zählt das Bundesland des Einsatzorts. Wo der Tarif Ende 2026 ausläuft, steht die Erhöhung für 2027 noch nicht fest. Kündigt Ihr Dienstleister dort schon jetzt einen Satz für 2027 an, stimmen Sie erst nach dem Tarifabschluss zu, und nur für den Lohnanteil.

Woraus sich der Stundensatz zusammensetzt

Bewachung wird je Einsatzstunde abgerechnet. Den Kern bildet der Tariflohn der Entgeltgruppe, dazu kommen tarifliche Zuschläge für Nacht, Sonntag und Feiertag. Darauf rechnet der Anbieter Sozialversicherung, Ausfallzeiten, Schulungen, Ausrüstung, Einsatzleitung, Verwaltung, Wagnis und Gewinn. Lassen Sie sich diese Gliederung offenlegen: Nur der Lohnanteil folgt dem Tarif.

Die Entgeltgruppe richtet sich nach der Tätigkeit und nach dem, was Sie verlangen. Im allgemeinverbindlichen Tarif für Berlin und Brandenburg gehört der Objektschutz ohne Sachkundeprüfung in Gruppe 1, mit Sachkundeprüfung in Gruppe 2. Die höhere Gruppe gilt nur, wenn Ihre Leistungsbeschreibung oder ein Gesetz die Qualifikation verlangt.

Zuschläge regelt jeder Landestarif selbst. In Berlin und Brandenburg sind es 15 % für Nachtarbeit zwischen 22 und 6 Uhr, 25 % am Sonntag und 50 % am Feiertag. Treffen mehrere zusammen, wird nur der höchste gezahlt, der Nachtzuschlag kommt hinzu.

Wann Sachkunde Pflicht ist

Jede Wachperson muss zuverlässig sein und mindestens eine Unterrichtung bei der Industrie- und Handelskammer nachweisen. Für bestimmte Tätigkeiten verlangt § 34a Abs. 1a GewO stattdessen eine vor der Kammer bestandene Sachkundeprüfung: für Kontrollgänge im öffentlichen Verkehrsraum oder in Hausrechtsbereichen mit tatsächlich öffentlichem Verkehr, für den Schutz vor Ladendieben, für den Einlass in Diskotheken und für leitende Funktionen in Flüchtlingsunterkünften und bei zugangsgeschützten Großveranstaltungen. Für den Streifengang in der geöffneten Filiale ist sie also Pflicht, für die Nachtbewachung eines geschlossenen Lagers nicht.

Sechs Stellen, an denen Bewachungsverträge zu teuer werden

  1. Qualifikation über Bedarf. Verlangt die Leistungsbeschreibung überall Sachkunde, zahlen Sie die höhere Entgeltgruppe auch dort, wo das Gesetz keine Sachkunde verlangt. In Berlin und Brandenburg sind das 2027 0,45 € mehr je Stunde (16,15 statt 15,70 €), bevor Zuschläge und Gemeinkosten dazukommen.
  2. Zuschläge auf den ganzen Stundensatz. Der Tarif gewährt Zuschläge auf den Lohn. Rechnet der Anbieter sie auf den vollen Verrechnungssatz, zahlen Sie Zuschläge auf Verwaltung und Gewinn mit. Legen Sie Basis und Zeitfenster der Zuschläge im Vertrag fest.
  3. Feste Posten rund um die Uhr. Ein Posten, der auch nachts und am Wochenende besetzt ist, sammelt die meisten Zuschläge. Prüfen Sie je Standort nach Risiko und Öffnungszeiten, wann ein Posten nötig ist und wann Revierfahrten mit Alarm- und Videotechnik reichen.
  4. Preisgleitung auf den ganzen Satz. Nach § 1 Abs. 2 Nr. 3 PrKG ist eine Lohngleitklausel nur insoweit vom Verbot ausgenommen, als der Lohn die Kosten des Anbieters unmittelbar bestimmt. Gleitet der ganze Stundensatz, steigen Gemeinkosten und Gewinn mit. So ist eine faire Klausel aufgebaut.
  5. Zustimmung vor dem Tarifabschluss. In Nordrhein-Westfalen, Bayern und Schleswig-Holstein endet der Tarif am 31. Dezember 2026. Eine pauschale Erhöhung für 2027, die Sie jetzt unterschreiben, gilt auch dann, wenn der Abschluss niedriger ausfällt.
  6. Nachunternehmer ohne Nachweis. Wer Bewachung als Gewerbe betreibt, braucht eine Erlaubnis nach § 34a GewO, auch ein Nachunternehmer. Regeln Sie, ob Nachunternehmer zulässig sind, und lassen Sie sich ihre Erlaubnisse zeigen.

Bevor Sie einer Erhöhung zustimmen

Fragen Sie Ihren Dienstleister schriftlich:

  • Welcher Tarifvertrag und welche Entgeltgruppe liegen jedem Posten zugrunde?
  • Wie hoch ist der Lohnanteil am Stundensatz, und wie hoch sind Zuschläge und Gemeinkosten?
  • Auf welche Basis rechnen Sie Zuschläge für Nacht, Sonntag und Feiertag?
  • Für welche Posten ist Sachkunde gesetzlich nötig, und wo setzen Sie sie nur ein, weil der Vertrag es verlangt?
  • Setzen Sie Nachunternehmer ein, und haben diese eine Erlaubnis nach § 34a GewO?

Für die Prüfung brauchen Sie: den Vertrag mit Leistungsbeschreibung und Preisblatt, die Einsatzpläne je Standort, die Rechnungen der letzten zwölf Monate mit Stundennachweisen und die letzte Preisanpassung mit Begründung.

So verhandeln wir Bewachungsverträge nach

Wir lassen uns den Stundensatz offenlegen, mit Tariflohn, Zuschlägen und Gemeinkosten je Posten. Dann prüfen wir den Einsatzplan je Standort gegen Öffnungszeiten und Risiko, die verlangte Qualifikation gegen § 34a GewO und die Preisgleitung gegen den Tarif am Einsatzort. Große Verträge verhandeln erfahrene Einkäufer, die wir Ihnen vor der ersten Verhandlung vorstellen. Für kleine Verträge führen wir 2027 Software ein. Jeden Abschluss geben Sie frei.

Häufige Fragen zum Sicherheitsdienst

Wie stark steigen die Kosten für Bewachung 2027?

Das hängt vom Bundesland ab. In Berlin und Brandenburg steigt der allgemeinverbindliche Tariflohn in Entgeltgruppe 1 am 1. Januar 2027 um 3,6 % auf 15,70 €. In Nordrhein-Westfalen, Bayern und Schleswig-Holstein enden die Tarifverträge am 31. Dezember 2026, die Löhne für 2027 sind noch offen. Auf Ihren Preis wirkt eine Tariferhöhung nur mit dem Anteil, den der Lohn am Stundensatz hat.

Braucht jede Wachperson eine Sachkundeprüfung?

Nein. Grundsätzlich genügt eine Unterrichtung bei der Industrie- und Handelskammer. Für bestimmte Tätigkeiten verlangt § 34a Abs. 1a GewO stattdessen eine Sachkundeprüfung, etwa für Kontrollgänge in Bereichen mit tatsächlich öffentlichem Verkehr und den Schutz vor Ladendieben.

Darf ein Sicherheitsdienst unter Tarif zahlen?

Nicht, wo der Tarifvertrag allgemeinverbindlich ist. Dann gilt er auch für Anbieter ohne Tarifbindung, in Berlin und Brandenburg etwa rückwirkend ab 1. Januar 2026. Die Untergrenze ist überall der gesetzliche Mindestlohn, ab 2027 14,60 €.

Was kosten Nacht, Sonntag und Feiertag extra?

Das regelt der Tarif des Landes. In Berlin und Brandenburg beträgt der Zuschlag 15 % für Nachtarbeit von 22 bis 6 Uhr, 25 % am Sonntag und 50 % am Feiertag, jeweils auf den Stundenlohn. Für besondere Objekte wie militärische Anlagen gelten eigene Sätze.

Kommt ein Sicherheitsgewerbegesetz?

In Kraft ist es nicht. Es gibt einen Referentenentwurf des Bundesinnenministeriums, der unter anderem ein Sicherheitsgewerberegister anstelle des heutigen Bewacherregisters vorsieht. Bis zu einem Gesetz gelten § 34a GewO und die Bewachungsverordnung.

Quellen

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