Was 2027 gilt
| Kostentreiber oder Regel | Wert | Status |
|---|---|---|
| Tarif Textile Dienste | +2,5 % (mindestens 70 €) seit 1. September 2026, frühestens zum 28. Februar 2027 kündbar | gilt |
| Gesetzlicher Mindestlohn | 14,60 € ab 1. Januar 2027, unter dem untersten Tariflohn der Textilen Dienste | beschlossen |
| Erdgas und Strom, Erzeugerpreise | September 2026: +15,0 % und +8,2 % gegenüber Vorjahr | Statistik |
| Chemische Grundstoffe, Erzeugerpreise | September 2026: +11,3 % gegenüber Vorjahr | Statistik |
| Textilien und Bekleidung, Erzeugerpreise | Mai 2026: +2,2 % und +3,1 % gegenüber Vorjahr | Statistik |
| CO2-Preis | Korridor 55 bis 65 € je Tonne, wie 2026 | Bundestag beschlossen |
Lohn und Energie haben sich 2026 sehr unterschiedlich entwickelt: Der Tarif stieg im September um 2,5 %, Erdgas lag 15,0 % über dem Vorjahr. Betrachten Sie deshalb Lohn- und Energieanteil getrennt, jeweils mit ihrem Anteil am Preis.
Woraus sich der Preis zusammensetzt
Abgerechnet wird meist eine Wochenpauschale je Teil im Umlauf. Sie deckt Kleidung, Waschen, Pflege, Reparatur und Logistik. Bei wöchentlichem Wechsel rechnen Anbieter üblicherweise mit drei Teilen je Position: eines getragen, eines in der Wäscherei, eines in Reserve.
Als Preisfaktoren nennt etwa der Anbieter DBL die Zahl der Träger, die Kollektion, die Teile je Person, den Wechselrhythmus, Logos, Schutzausrüstung und den Standort. Dazu kommen je nach Vertrag Schrankmiete, ein Service für das Befüllen der Schränke, Embleme und Änderungen. Raten und Laufzeit stehen ab Vertragsbeginn fest.
Was bei Ihnen bleibt
Persönliche Schutzausrüstung bezahlt der Arbeitgeber (§ 3 Abs. 3 ArbSchG). Er muss sie so warten, reparieren und ersetzen, dass sie während der ganzen Nutzung gut funktioniert und hygienisch einwandfrei ist (§ 2 PSA-Benutzungsverordnung). Wer mit Lebensmitteln arbeitet, muss saubere Arbeitskleidung tragen (Verordnung (EG) Nr. 852/2004). Diese Pflichten bleiben bei Ihnen, auch wenn ein Dienstleister wäscht. Regeln Sie deshalb Nachweise im Vertrag.
Sechs Stellen, an denen Mietwäscheverträge Geld kosten
- Zu viele Teile im Umlauf. Jedes Teil kostet eine Wochenpauschale. Richten Sie die Ausstattung am tatsächlichen Wechselbedarf aus, nicht an der größten denkbaren Ausstattung.
- Ein Rhythmus für alle. Wöchentlicher Wechsel auch dort, wo vierzehntägig reicht. Seltener wechseln spart Anfahrten, braucht aber mehr Teile. Rechnen Sie beides.
- Restwert am Vertragsende. Neue Teile kurz vor Ende der Laufzeit treiben den Restwert, den Sie beim Ausstieg zahlen. Schreiben Sie fest, wie der Restwert sinkt und dass neue Teile im letzten Jahr keinen Restwert auslösen.
- Fluktuation ohne Regel. Teile ausgeschiedener Mitarbeitender laufen weiter, Verluste werden ohne Nachweis berechnet. Regeln Sie Abmeldung, Rückgabe, Weitergabe an Nachfolger und den Nachweis von Verlusten.
- Zusatzposten. Schrankmiete, Befüllservice, Embleme und Änderungen als eigene Posten. Prüfen Sie, was in der Pauschale steckt, und streichen Sie, was Sie nicht brauchen.
- Preisgleitung auf alles. Steigt der Tarif um 2,5 %, sollte nicht der ganze Preis um 2,5 % steigen. Eine Kostenelementeklausel bindet nur den Lohnanteil an den Tarif und den Energieanteil an einen Energiepreisindex. Vereinbaren Sie, dass sie nach oben und nach unten wirkt. Zur Preisgleitklausel
Bevor Sie einer Erhöhung zustimmen
Fragen Sie Ihren Dienstleister schriftlich:
- Wie viele Teile laufen je Person um, und wie viele davon werden regelmäßig getragen?
- Wie hoch ist der Restwert heute, und wie sinkt er bis zum Vertragsende?
- Was ist in der Wochenpauschale enthalten, und was nicht?
- Wie weisen Sie Verluste nach?
- Welcher Anteil des Preises ist Lohn, welcher Energie und welcher Kleidung?
Für die Prüfung brauchen Sie: den Vertrag mit Preisblatt, die Trägerliste, die Umlaufmengen je Artikel, die Rechnungen der letzten zwölf Monate und die Restwertliste.
So verhandeln wir Mietwäsche nach
Wir gleichen Trägerlisten, Umlaufmengen und Rechnungen ab, prüfen Rhythmus und Restwerte und zerlegen Preisanpassungen in Lohn, Energie und Material. Große Verträge verhandeln erfahrene Einkäufer, die wir Ihnen vor der ersten Verhandlung vorstellen. Für kleine Verträge führen wir 2027 Software ein. Jeden Abschluss geben Sie frei.
Häufige Fragen zu Mietberufskleidung
Darf der Wäschedienst 2027 wegen höherer Löhne erhöhen?
Die letzte Tarifstufe der Textilen Dienste von 2,5 % gilt seit 1. September 2026. Der Tarifvertrag ist frühestens zum 28. Februar 2027 kündbar. Ob und wie stark Ihr Dienstleister erhöhen darf, regelt Ihre Preisgleitklausel; eine Tariferhöhung trägt nur den Lohnanteil des Preises.
Mieten oder kaufen?
Kaufen lohnt sich eher für Basisartikel wie Poloshirts und für selten genutzte Teile. Beim Kauf kommen Beschaffung, Waschen, Reparatur und Lager hinzu, und Schutzkleidung muss trotzdem gewartet und hygienisch einwandfrei sein.
Wer bezahlt Schutzkleidung?
Der Arbeitgeber. Kosten für Arbeitsschutz darf er nicht auf die Beschäftigten abwälzen (§ 3 Abs. 3 ArbSchG).
Was passiert mit der Kleidung, wenn jemand das Unternehmen verlässt?
Das regelt der Vertrag, meist über einen Restwert für die Teile im Umlauf. Vereinbaren Sie, wie der Restwert über die Laufzeit sinkt und ob gebrauchte Teile an Nachfolger gehen können.
Quellen
- IG Metall und intex: Tarifsammlung Textile Dienste 2025 bis 2027, Stand 1. Dezember 2025
- DGB: Tarifrunde Textile Dienste 2025, Verhandlungsergebnis
- Statistisches Bundesamt: Erzeugerpreise im September 2026, Pressemitteilung vom 20. Oktober 2026
- Gesamtverband textil+mode: Konjunkturbericht Juli 2026, mit Daten des Statistischen Bundesamts
- Deutscher Bundestag: Anhörung und Beschluss zum Dritten Gesetz zur Änderung des Brennstoffemissionshandelsgesetzes, 15. Oktober 2026
- Fünfte Mindestlohnanpassungsverordnung
- § 2 PSA-Benutzungsverordnung
- § 3 Arbeitsschutzgesetz
- Verordnung (EG) Nr. 852/2004 über Lebensmittelhygiene, Anhang II Kapitel VIII
- DBL: Faktencheck Kosten, abgerufen am 23. Oktober 2026
- handwerk magazin: Berufskleidung kaufen oder mieten?, 16. Oktober 2019