Wie sich die Preise entwickeln
- TestlinerErzeugerpreise, September
+11,6 %
- WellpappenrohpapierErzeugerpreise, September
+10,2 %
- Wellenpapier aus AltpapierErzeugerpreise, September
+9,0 %
- Papier, Pappe und Waren darausErzeugerpreise, September
+1,6 %
- Kunststoffe in PrimärformenEinfuhrpreise, August
+17,2 %
- Chemische GrundstoffeErzeugerpreise, September
+11,3 %
- Erzeugerpreise insgesamtSeptember
+6,7 %
Die Rohpapiere für Wellpappe lagen im September 2026 9,0 bis 11,6 % über dem Vorjahresmonat. Papier, Pappe und Waren daraus insgesamt stiegen nur um 1,6 %. Der Index für Wellpappenrohpapier schwankt stark: Im Juni 2025 stand er bei 101,4 Punkten, im Februar 2026 bei 80,6 und im September 2026 bei 98,6 (2021 = 100). Für jede Erhöhung zählt deshalb, welchen Bezugsmonat Ihr Lieferant wählt.
Importierte Kunststoffe in Primärformen, der Rohstoff für Folien und Kunststoffverpackungen, kosteten im August 2026 17,2 % mehr als ein Jahr zuvor. Laut Statistischem Bundesamt verteuerten sich importierte Energie und Vorleistungsgüter im Zuge des Iran-Kriegs stark.
Woraus sich der Preis zusammensetzt
Ein Karton aus Wellpappe besteht aus Rohpapieren: Deckenpapier wie Testliner und Wellenpapier. Dazu kommen Klebstoff, Energie, Verarbeitung, Druck, Lohn und Fracht. Bei Folien und Kunststoffverpackungen bestimmt der Kunststoff den Materialanteil, dazu Energie, Druck und Konfektion. Etiketten kosten Material, Kleber, Druck und Rüstzeit je Auftrag.
Prüfen Sie im Preisblatt: den Preis je Einheit nach Format und Qualität, Staffeln nach Abrufmenge, Mindermengenzuschläge, einmalige Kosten für Klischees und Stanzwerkzeuge, Fracht und einen Materialzuschlag, falls er an Rohpapier oder Kunststoff gekoppelt ist.
Welcher Index passt
Für Kartonagen die Erzeugerpreise des Statistischen Bundesamts für Wellpappenrohpapier, Testliner und Wellenpapier (Statistik 61241). Der Verband Die Papierindustrie veröffentlicht diese Reihen monatlich und frei zugänglich. Für Folien die Einfuhrpreise für Kunststoffe in Primärformen (Statistik 61411). Für fertige Kartonagen und Kunststoffverpackungen nehmen Sie die feinste passende Reihe der Erzeugerpreise in GENESIS-Online, der Datenbank des Statistischen Bundesamts. Altpapierpreise veröffentlicht der Branchendienst EUWID nur kostenpflichtig; ein freier Bezug ist der Erzeugerpreisindex für Wellenpapier aus Altpapier. Koppeln Sie nur den Materialanteil an den Index.
Was das Verpackungsrecht seit August 2026 verlangt
| Regel | Inhalt | Status |
|---|---|---|
| EU-Verpackungsverordnung (EU) 2025/40 | gilt seit 12. August 2026 | gilt |
| Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG) | in Kraft seit 12. August 2026, verkündet am 17. Juli 2026 | gilt |
| Verpackungen ohne Systembeteiligungspflicht | Anschluss an eine Organisation für Herstellerverantwortung oder eigene Zulassung; ohne Zulassung nach § 19 längstens bis 31. Dezember 2027 (§ 68 Abs. 9 VerpackDG) | befristet |
| Bußgelder für Vorgaben der EU-Verordnung | ab 12. Februar 2027 (§ 66 Abs. 2 VerpackDG) | beschlossen |
| Einwegkunststoffabgabe je Kilogramm | Lebensmittelbehälter 0,177 €, Tüten und Folienverpackungen 0,876 €, Getränkebecher 1,236 € (§ 2 EWKFondsV) | gilt |
Seit 12. August 2026 gilt die EU-Verpackungsverordnung, in Deutschland ergänzt durch das VerpackDG. Systembeteiligungspflichtig sind nach § 3 Abs. 6 VerpackDG Verkaufs-, Um- und Transportverpackungen, die nach Gebrauch typischerweise mehrheitlich in privaten Haushaltungen oder vergleichbaren Anfallstellen als Abfall anfallen, sowie Serviceverpackungen. Für alle anderen Verpackungen brauchen Hersteller künftig eine Organisation für Herstellerverantwortung oder eine eigene Zulassung. Die Europäische Kommission verfolgt das Ziel, dass bis 2030 alle Verpackungen auf dem EU-Markt wirtschaftlich recyclingfähig sind. Laufen Ihre Verpackungsverträge über 2027 hinaus, regeln Sie jetzt, wer neue Kosten trägt.
Sechs Stellen, an denen Verträge für Verpackung Geld kosten
- Materialzuschlag nur nach oben. Der Index für Wellpappenrohpapier fiel von Juni 2025 bis Februar 2026 um 20,5 % und stieg bis September 2026 wieder um 22,3 %. Ein Zuschlag ohne Formel gibt nur die zweite Bewegung weiter. Vereinbaren Sie Index, Basismonat, Materialanteil und Schwelle, in beide Richtungen. Wie das geht, zeigt unser Ratgeber Preisgleitklausel.
- Spezifikation über Bedarf. Grammatur, Wellenart und Papierqualität bestimmen den Materialeinsatz. Prüfen Sie je Artikel, ob Gewicht, Stapelhöhe und Transportweg diese Qualität brauchen, und lassen Sie sich eine leichtere Alternative anbieten.
- Zu viele Formate. Jedes Format braucht eigene Werkzeuge, Rüstzeit und Lagerplatz und verteilt Ihr Volumen. Fassen Sie ähnliche Formate zusammen und verhandeln Sie Staffeln auf die gebündelte Menge.
- Mindermengen und Lagerkosten. Kleine Abrufe kosten Zuschläge, große Abnahmen binden Fläche und Kapital. Vereinbaren Sie Jahresmengen mit Abrufen und regeln Sie, wer das Lager hält und bezahlt.
- Druck- und Klischeekosten. Klischees, Druckplatten und Stanzwerkzeuge kosten einmalig. Ohne Regel zahlen Sie bei jeder Motivänderung und jedem Lieferantenwechsel neu. Regeln Sie Eigentum, Abschreibung und Herausgabe der Werkzeuge.
- Beteiligungsentgelte ohne Vergleich. Hersteller systembeteiligungspflichtiger Verpackungen beteiligen sich an einem oder mehreren Systemen und geben Materialart und Masse an (§ 7 VerpackDG). Die Systeme müssen im Entgelt Anreize für recyclingfähige Verpackungen, Rezyklate und nachwachsende Rohstoffe setzen (§ 26 VerpackDG). Vergleichen Sie die Angebote und prüfen Sie, wie Masse und Recyclingfähigkeit Ihr Entgelt verändern.
Bevor Sie einer Erhöhung zustimmen
Fragen Sie Ihren Lieferanten schriftlich:
- Welcher Anteil Ihres Preises ist Material, welcher Lohn, Energie und Fracht?
- Auf welchen Index und welchen Bezugsmonat stützen Sie den Materialzuschlag, und wann sinkt er wieder?
- Welche Grammatur, Wellenart und Papierqualität liegt jedem Artikel zugrunde, und welche leichtere Alternative bieten Sie an?
- Welche Kosten für Klischees, Werkzeuge und Rüsten berechnen Sie, und wem gehören die Werkzeuge?
- Ab welcher Abrufmenge entfällt der Mindermengenzuschlag, und wer trägt die Lagerkosten?
Für die Prüfung brauchen Sie: die Rahmenverträge und Preisblätter, die Spezifikation je Artikel, die Abrufe und Rechnungen der letzten zwölf Monate, die Ankündigung der Erhöhung und Ihre Mengenmeldungen an das System.
So verhandeln wir Verpackung nach
Wir werten Ihre Abrufe und Rechnungen der letzten zwölf Monate je Artikel aus, gleichen die Spezifikation mit dem Bedarf ab und prüfen Materialzuschläge am passenden Index. Wir verhandeln Formeln, die auch sinken, weniger Formate und klare Regeln für Werkzeuge und Mindermengen. Große Verträge verhandeln unsere Senior-Verhandler persönlich, zusammen mit Ihrem Einkäufer. Die vielen kleinen Verträge bearbeiten wir standardisiert und softwaregestützt nach Ihren Regeln. Jeden Abschluss geben Sie frei.
Häufige Fragen zu Verpackung
Unser Kartonagenlieferant erhöht mit Verweis auf die Papierpreise. Ist das begründet?
Zum Teil. Die Erzeugerpreise für Wellpappenrohpapier lagen im September 2026 10,2 % über dem Vorjahresmonat, für Testliner 11,6 %. Im Juni 2025 lag der Index für Wellpappenrohpapier mit 101,4 Punkten aber höher als im September 2026 mit 98,6 Punkten. Fragen Sie nach Index, Bezugsmonat und Materialanteil und prüfen Sie, ob Ihr Preis nach dem Rückgang bis Februar 2026 gesunken ist.
Welcher Index eignet sich für Folien und Kunststoffverpackungen?
Für den Rohstoff die Einfuhrpreise für Kunststoffe in Primärformen (Statistik 61411). Sie lagen im August 2026 17,2 % über dem Vorjahresmonat. Für die fertige Verpackung nehmen Sie die feinste passende Reihe der Erzeugerpreise (Statistik 61241) in GENESIS-Online. Koppeln Sie nur den Materialanteil an den Index.
Was ändert sich durch die EU-Verpackungsverordnung?
Sie gilt seit 12. August 2026, in Deutschland ergänzt durch das VerpackDG. Hersteller von Verpackungen ohne Systembeteiligungspflicht brauchen eine Organisation für Herstellerverantwortung oder eine eigene Zulassung; ohne Zulassung dürfen sie solche Verpackungen längstens bis 31. Dezember 2027 bereitstellen. Bußgelder für die Vorgaben der EU-Verordnung gelten ab 12. Februar 2027.
Was kostet die Einwegkunststoffabgabe?
Das hängt von Produktart und Gewicht ab. § 2 der Einwegkunststofffondsverordnung nennt je Kilogramm zum Beispiel 0,177 € für Lebensmittelbehälter, 0,876 € für Tüten und Folienverpackungen und 1,236 € für Getränkebecher. Klären Sie, wer nach dem Einwegkunststofffondsgesetz abgabepflichtig ist und ob die Abgabe im Preis Ihres Lieferanten steckt.
Quellen
- Die Papierindustrie e. V.: Index der Erzeugerpreise gewerblicher Produkte für Papier, Karton und Pappe, Daten des Statistischen Bundesamts, 2021 = 100, bis September 2026 (PDF)
- Statistisches Bundesamt: Erzeugerpreise im September 2026, Pressemitteilung vom 20. Oktober 2026
- Statistisches Bundesamt: Importpreise im August 2026, Pressemitteilung vom 30. September 2026
- Verordnung (EU) 2025/40 über Verpackungen und Verpackungsabfälle vom 19. Dezember 2024 (EUR-Lex)
- Europäische Kommission: Packaging waste, Verordnung (EU) 2025/40 in Kraft seit 11. Februar 2025, Geltung ab 12. August 2026
- IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg: VerpackDG und PPWR
- § 3 Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG)
- § 7 Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG)
- § 26 Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG)
- § 68 Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG)
- § 2 Einwegkunststofffondsverordnung: Abgabesätze für die Einwegkunststoffabgabe
- EUWID: Altpapier Deutschland, Marktberichte (kostenpflichtig)